Am letzten regulären Schultag fanden sich die „Lateiner“ der 10a zusammen, um ein lang gehegtes Projekt zu verwirklichen: die Zubereitung römischer Speisen nach originaler Vorlage.

panis militaris, moretum, globi (v. l. n. r.)
Fündig wurde man schnell im reichen Schatz kulinarischer Köstlichkeiten aus Rezepten des Apicius, Cato und anderer, die über zwei Jahrtausende hinweg auf uns gekommen sind. So einigte man sich für den Anfang auf drei einfachere Gerichte: panis militaris, das Brot römischer Soldaten, bestehend aus Dinkelmehl, Wasser und Salz; moretum, eine cremige Paste von Schafskäse, Olivenöl, Knoblauch und allerlei frischen Kräutern; und globi, in Olivenöl ausgebackene Knödel aus Weizengrieß und Frischkäse, die im Anschluss mit Honig bestrichen und in Mohn gewälzt werden. Ein großes Lob ist allen Schülern zu erteilen, die diszipliniert und vorbildlich die Gerichte in eigener Regie unter minimaler Anleitung des Fachlehrers zu Wege gebracht haben.
Trotz der anfänglichen Zurückhaltung hinsichtlich des Knoblauch-Gebrauchs galt am Ende ein bei Sueton überliefertes Wort, das der römische Kaiser Vespasian einem parfümierten Offizier gegenüber geäußert haben soll, für diese Stunde nicht: „Mir wäre es lieber, du würdest nach Knoblauch riechen.“ – Der Kaiser hätte gewiss nichts beanstanden können.
Nach einem großen Gaumenschmaus ging man in der festen Absicht auseinander, das begonnene Werk im kommenden Schuljahr zu vertiefen und sich an komplexere Gerichte zu wagen.
Stefan J. Zeitler